Professionelle Therapeuten

Der Gesetzgeber hat zwar das Tier endlich auch ins Grundgesetz aufgenommen (Art. 20a GG "Der Staat schützt ... die Tiere ... "), leider bestimmt er nicht ausreichend, wer Tiere behandeln darf. So sind zwar die Berufe des Tierarztes und der Tiermedizinischen Fachangestellten geregelt, jedoch sind Bezeichnungen wie: Tierosteopath, Tierakupunkteur,Tierphysiotherapeut, Tierhomöopath etc. nicht gesetzlich geschützt. Selbst Tierheilpraktiker müssen nicht, wie bei den Humanheilpraktikern, eine Prüfung vor dem Amtsarzt ablegen, sondern können allenfalls eine Prüfung bei ihrem eigenen Verband machen. Überspitzt gesagt, kann sich jeder ein Schild mit "Tierosteopath", "Tierheilpraktiker", "Tierphysiotherapeut" etc. an die Tür hängen, ohne jemals eine Ausbildung in diesem Bereich gemacht zu haben. Ob das dem im Grundgesetz beschriebenen "Schutz der Tiere" Rechnung trägt, kann nun jeder selbst beurteilen. Selbst Begriffe wie "Studium" sind nicht geschützt. Geht man im Allgemeinen doch davon aus, dass jemand der studiert, ein Abitur hat und Vollzeit eine Hochschule besucht, so kann hier leider der Begriff des "Studiums" auch für wenige Wochenendfortbildungen verwendet werden.

Gerade in der Osteopathie sind fundierte Kenntnisse der Anatomie, Histologie, Pathologie und Physiologie unerlässliche Grundvoraussetzung für professionelles Arbeiten. Einzelne Seminartage reichen hier nicht aus. Anatomie muss in aller Tiefe am toten Tier erlernt werden, auch wenn moralische Bedenken dabei bestehen sollten. Ein Körper ist ein hochkomplexes System, welches nicht durch ein "fünfteiliges Steckmodell aus Plastik" oder eine Videoanimation begreifbar gemacht werden kann. Tierärzte erlernen die Anatomie, Histologie, Pathologie und Physiologie über mehrere Jahre, qualifizieren sich dann optimalerweise berufsbegleitend in Physiotherapie fort, um die Biomechanik und das manuelle Behandeln zu erlernen und bilden sich darauf aufbauend in Osteopathie weiter. Tierärzte unterliegen einer Fortbildungspflicht. Ihre Weiterbildungen müssen den Qualitätsansprüchen der Akademie für Tierärztliche Fortbildung (ATF) entsprechen. Dies ist zum Beispiel bei den Fortbildungen der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (GGTM) oder Tao-Equilibre der Fall.

Scheuen Sie sich nicht, bei Ihrem "Tiertherapeuten" nachzufragen, wie genau seine Fortbildung aussah und welchen Grundberuf er eigentlich hat. Sätze wie: " Ich habe schon als Kind Tiere geliebt und durch die Erkrankung meines eigenen Tieres bin ich zu der Therapieform XY gekommen" reichen meiner Ansicht nach da nicht aus.